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Kategorie: BLOG ARTIKEL

GENUG

„Wenn ich ehrlich bin,
„denk ich dauernd an mein Gewicht,
bin nur dann wirklich happy, wenn ich weniger wieg.”
Ich liebe gutes Essen, guten Wein“, sagt sie,
„aber dünn zu sein, das lieb ich mehr.“

Nicht dünn genug, denkt sie,
nicht attraktiv genug, lenkt sie.

Was ist’s bei Dir?
Was ist Dein nicht genug?

Nicht talentiert genug?
Nicht erfolgreich genug?
Nicht gesund genug?
Nicht jung genug?
Nicht genug Zeit?
Nicht genug Geld?
Nicht genug Liebe?
Nicht genug Ansehen?
Nicht gut genug als Mutter?
Nicht gut genug als Partner:in?
Nicht gut genug beim Sex?
Nicht gut genug im Job?
Nicht gut genug?
Nie genug?

Was ist Dein nie genug?
Das, wo’s irgendwie nie reicht,
es nie is, wie’s sein soll?
Das, wo DU nie reichst,
Du nie bist, wer Du sein willst?
Das, wo Du Dir falsch vorkommst,
Du der Norm einfach nicht genügst?
Das, wo Du mit den Andern nicht mithältst,
Du Dich überhaupt nicht liebenswürdig fühlst.

So wie Du bist, hast du Liebe nicht verdient, denkst Du,
musst anders sein, damit Du sie verdienst, glaubst Du,
musst so sein wie die Andren für mehr Wert, meinst Du,
denn die haben’s mehr verdient als Du, mutmaßt du,
ich bin der Liebe nicht wert, denkst Du,
Shame ist’s, was Du fühlst, merkst Du.

Kenn kein Gefühl, dass so schmerzhaft wie Shame is,
so brutal, so höllisch ist, Dich aus dem Stand fast umwirft,
so wahnsinnig weh tut, dass Du’s vermeidest, gar nicht erst zulässt,
Dir lieber ne Rüstung anlegst, damit’s Dich nicht so hart trifft,
Du jede Abwehrstrategie aktivierst, die Dir ‘n bisschen Schutz bietet,
alles machst, alles in Kauf nimmst, alles aber bitte bloß nicht Shame.

Denn wenn Shame Dich hijacked, kannst Du nicht mehr klar denken,
willst Dich auflösen, unsichtbar machen, am liebsten verschwinden,
alle Spiegel umdrehen, Deine Reflexion nicht mehr ansehen,
in Dir zusammensacken, Dich kleinmachen, einfach nur weggehn,
dabei widerstandslos zusehen, wie das Leben aus Dir ausweicht,
ausläuft, rausfließt, solang bis nix mehr von Dir übrig bleibt,
nur noch ne leere Hülle zu sehen is, die Essenz längst entweicht.

Lebenskraft gecrushed,
Lebensfreude gecrushed,
Kreativität gecrushed,
Mut gecrushed,
Hoffnung gecrushed.
Irgendwie alles gecrushed …

… gecrushed, und
ständig am Vergleichen, die Andern kriegen’s viel besser hin als ich,
ständig am Beweisen, ich zeig’s Euch, ich schaff das, geschlagen geb ich mich nich,
ständig dabei am Safe Spielen, nix probieren, nix riskieren, auf keinen Fall failen,
ständig am Pleasen, am Gefallen, ich mach’s Euch recht, mach’s nach Eurem Willen,
ständig am Überarbeiten, hyperbusy sein, auf jeden Fall overperformen,
ständig am Betäuben, Bier, Netflix, whatever, hauptsache zudröhnen,
ständig am Kontrollieren, zusammenreißen, Fassade aufrecht erhalten,
ständig auf der Hut sein, Shame vermeiden, Shame in Schach halten.

… gecrushed, und
dabei Dich zu verlieren im Kampf um “gut genug”,
statt Dir selbst mehr zu genügen, erfüllst Du die “supposed to’s”,
hast Deinen Selbstwert mit der Welt getraded,
Deine Würdigkeit dabei verscherbelt,
ist’n hoher Preis, den Du dafür zahlst,
glaub dass n besserer Deal am Markt is,
ich weiß nicht, wie’s Dir so damit geht,
aber ich spiel bei dem Spiel jetzt nicht mehr mit,
ich will meinen Selbstwert endlich ownen,
will mein gut genug zurück,
ich will mir selbst endlich genug sein,
will mir selbst endlich genügen.

Was ist “Shame” für Dich?

Was ist es, dass Du nicht laut aussprechen kannst?
Für was schämst Du Dich so, dass Du es nicht über die Lippen bekommst?

Ich hab Panikattacken?
Ich hab keinen Sex, und das schon seit Jahren?
Ich bin pleite, hab Schulden?
Ich bin besessen von meinem Körper?
Ich bin psychisch krank, nehm Medikamente?
Ich bin missbraucht worden?
Ich kann keine Kinder bekommen, probiere künstliche Befruchtung?
Mein Chef hat mich vor meinem Team schikaniert?
Meine Frau hat mich betrogen?
Ich bin seit 10 Jahren Single?

Denn …
… wenn die Leute wissen würden, dass ich seit 10 Jahren Single bin, dann würden sie mich vielleicht ablehnen, dann würd ich blöd dastehen.
… wenn die Leute wissen würden, wie sehr ich als Mutter struggle, sogar Panikattacken habe, dann wär ich in ihren Augen zu schwach, krieg’s nicht hin, bin ne schlechte Mutter.

Deine Angst der Liebe unwürdig zu sein, bringt Dich zum Schweigen,
lässt Dich „Shame Prerequisites“ (Brené Brown) ansteuern:
„Wenn ich dünner wäre, dann wär ich schöner, dann bin ich mehr Wert.“
„Wenn ich den Job kriege, dann wäre ich erfolgreicher, dann bin ich was Wert.“

Wenn …, dann …
Nur …, dann …

Was ist Shame?

„Shame is the fear of disconnection.“
„Shame is the universal fear of being unlovable and that we don’t belong.“
“Shame is the intensely painful feeling or experience of believing that we are flawed and therefore unworthy of love and belonging.” (Brené Brown)

Shame sagt Dir also „Du bist nicht genug, bist der Liebe nicht würdig”.
Du glaubst, Du bist fehlerhaft und dass Du’s deshalb nicht wert bist, geliebt zu werden,
Du glaubst, wenn die Leute die Wahrheit über Dich wissen, werden sie Dich ganz sicher ablehnen,
Du glaubst, Du sollst anders sein, der Norm besser entsprechen, um dazuzugehören,
Shame macht Dir weis, wenn Du NUR Du bist, mit Deinen Makeln, dann reicht’s nicht, um akzeptiert zu werden.

Shame ist universell, alle empfinden’s, allen tut’s weh,
es ist nicht nur für Leute reserviert, die was Schlimmes erlebt habn,
jeder kriegt’s, Shame wartet in den gewöhnlichsten Ecken auf Dich,
wenn’s ums Geld geht, beim Job, in der Partnerschaft, mit den Kids,
Shame tritt zwischen Menschen auf, ist ein soziales Konzept,
schwelt gern im Verborgenen, kriegt Power durch Secrets,
wird stärker, je weniger Du drüber sprechen kannst,
wächst exponentiell an, je mehr Du’s zu verstecken planst.

Wie Einsamkeit zeigt sich Shame physisch, im Körper als Schmerz,
triggert Dein lymbisches System, manövriert Dich in’ Survival Mode, rückwärts,
lässt Dich nicht mehr klar denken, ergreift schnell Dein ganzes Selbst,
fühlst Dich dann beobachtet, obwohl Du ganz allein Deine Gedanken wälzt,
Dir wird heiß, Du wirst rot, spürst die Zeit langsamer vergehen,
machst Dich kleiner, willst aus Deiner Haut raus, einfach nur weggehen,
senkst Deinen Blick, ziehst Dich zurück, checkst aus Deinem Leben aus,
hast ‘nen leeren Blick, bist nur noch ‘ne Hülle, alle Energie schon raus aus Dir.

Shame zeigt Dir an, dass Du gegen ‘ne verinnerlichte Norm verstoßen hast,
spiegelt den Menschen in Deinem Umfeld, dass Du Deinen „Regelverstoß“ kapiert hast,
lässt Dein Gegenüber für Dich Sympathie empfinden, es als Einsicht sehn,
Scham hat in seiner milden Form was Gutes, hat ‘ne Kommunikationsfunktion.
(vgl. Puls Psychologie Podcast, “Schämen”)

Doch meist bringt Shame eher noch mehr Angst hervor,
killt Kreativität, Innovation, Mut, das Engagement in Dir,
lässt Dich blamen, kritisieren, lästern, andre erniedrigen,
alles Anzeichen von Shame, die meist ziemlich destruktiv sind.

Shame ist wie viele Gefühle ziemlich individuell,
nicht gut genug bei Dir ist was anderes als bei mir,
vielleicht spürst Du Shame, wenn Du nen Fehler vor anderen machst,
oder eher dann, wenn Du dran denkst, dass Du keine Kinder bekommen kannst,
vielleicht spürt er Shame, wenn er Familie und Arbeit nicht unter einen Hut kriegt,
vielleicht spürt sie Shame, wenn sie in der Sauna is oder im Bikini am Strand liegt.

Shame gilts zu unterscheiden von „Guilt“, von der Schuld,
Schuld sagt, Du hast was falsch gemacht, lässt Dich Dinge ändern, korrigieren,
Shame dagegen sagt, DU bist falsch sagt, DU sollst Dich ändern, korrigieren,
Schuld ist manchmal konstruktiv, Shame dagegen einfach nur destruktiv.

Shame ist kulturell bedingt, sogar systemisch,
nie genug, immer fehlt was, nie reicht’s nicht, ist fast pandemisch,
alles ist begrenzt, knapp, fehlt, zu wenig Impfstoff, zu wenig Geld,
daher musst du schauen wo Du bleibst, wie viel Du hast, ist was zählt,
Dich mit den anderen messen, vergleichen, sie übertrumpfen,
Win-Lose, nur einer kann gewinnen, musst um alles kämpfen,
„Scarcity“ statt „Enough“ beeinflusst Dich, Dein Geist, Dein Leben,
lässt Dich im Nicht-Genug-Spiel mitspielen, Dich nach nie genug streben.

Wo tritt Shame auf?

Shame tritt in verschiedenen Lebensbereichen zutage,
lauert nicht nur in dunklen Ecken, sondern taucht vor allem in Deinem Alltag auf:

  • Aussehen & Body Image
  • Geld & Beruf
  • Mutter sein & Vater sein
  • Familie
  • Erziehung
  • Gesundheit (physisch & psychisch)
  • Sucht
  • Sex
  • Altern
  • Religion
  • Trauma erleben
  • Diskriminierung & Stereotypisierung

    (12 Shame Categories, Brené Brown, Daring Greatly)

Was Shame in uns triggert, hängt extrem vom Geschlecht ab,
ist bedingt durch die Normen, die wir als Mann und Frau im Gepäck habn,
„Look perfect, do perfect, be perfect.“, ist die Erwartung an die Frauen,
„and please, make it look effortless“, lasst es mühelos ausschauen.
„Don’t be (perceived) as weak!” ist die Botschaft an die Männer,
sei gefälligst stark, reiß Dich zusammen, schwach sein kannst Du später.

Um konform mit den weiblichen Normen zu gehen,
sollst Du als Frau nett, bescheiden sein, ‘n dünnes Körperideal anstreben,
sollst nicht nur schön sein, sondern fürsorglich Kids und Familie pflegen,
sollst hilfsbereit sein, umgänglich, die Bedürfnisse anderer über Deine eigenen heben,
nicht angeben, nicht laut sein, vor allem, Dich nicht so wichtig zu nehmen,
nicht auf Deine Talente hinweisen, „stay small, sweet, quiet & modest“ stattdessen,
lieber kleiner spielen als Du könntest, Dein Potential nicht erlauben, lieber missen.

Feminine attributes most associated with “being feminine”:
– nice
– pursuing a thing body ideal
– showing modesty by not calling attention to one’s talents or abilities
– being domestic
– caring for children
– investing in romantic relationships
– keeping sexual intimacy contained within one committed relationship
– using our resources to invest in appearance

Brené Brown, Daring Greatly

So ist’s nicht verwunderlich, dass Shame Trigger 1 bei Frauen ihre Figur, ihr Aussehen ist,
ja, kaum zu glauben, dass das heutzutage tatsächlich noch der Fall is,
dass wir uns schämen, weil wir nicht dünn, nicht jung, nicht schön genug uns sehn,
dass wir denken, wär ich dünner, schöner, wär ich mehr wert, würd ich mich besser fühlen,
dass wir unsere Figur ständig im Kopf haben, obwohl wir supergut aussehen,
dass wir dauernd übers Essen nachdenken, statt mit Genuss, all-in zu leben,
dass wir Intimität ablehnen wegen unsrer „dicken“ Beine, uns beschämt Nähe verwehren, vor der Liebe zurückziehen.

Shame Trigger 2 für uns Frauen ist Mutter zu sein, Mutter zu werden,
dabei musst Du noch nicht mal Mutter sein, um Shame übers Muttersein zu spüren,
denn Mutter sein und Frau sein, das is bei uns untrennbar verbunden, gleichgesetzt,
wenn du als Frau keine Mutter bist, ist das nicht die Norm, Dein Wert als Frau ist herabgesetzt,
Du kriegst dann immer wieder die gleichen Fragen, die “supposed to’s” ständig vor’n Latz geknallt:
“Bist Du schwanger?”, „Warum hast Du noch keine Kinder?“, “Echt, Du willst Du keine?”,”Wirst Du das später nicht bereuen, so ganz ohne Kinder?” …

Und wenn Du als Frau endlich Mutter bist, ist das erstmal im Rahmen der Norm,
sobald Du aber dann mit den gängigen Erwartungen brichst, sinkt Dein “Wert” als Mutter enorm.
“Warum arbeitest du als Mutter?”,”Ist das gut für das Kind?”, “Was bist Du damit für ein Vorbild?”,
“Warum gibst Du Deine Kinder nicht in die Kita?”, “Warum lässt Du sie so jung schon da?”, “Warum hast Du das zweite Kind noch nicht da?” …

Lauter supposed to’s hinter den Fragen, lauter Shame Trigger die da warten,
schier unmöglich die Norm zu erfüllen, es richtig zu machen,
dann noch all diese widersprüchlichen Signale, die Kopfzerbrechen verursachen,
„sei ‘ne Mutter, die alles unter einen Hut kriegt, Kinder, Arbeit und noch dazu schön aussieht,
aber mache kein großen Rummel drum, kriegt man ja wohl einfach so hin.“
„Genieß die Schokolade, trink Wein, lass es Dir gutgehen,
aber diszipliniere Deinen Appetit und mach Deinen Körper durch Fitness schön.’
„Sag doch mal was du willst, äußer’ Deine Meinung, verfolg Dein Traum,
aber sei bitte nicht so dominant und halt Deine Arbeitszeit im Zaum.“

Shame wächst an, weil wir egal wie den Normen nie genügen,
sind im Normen-Gefängnis eingesperrt, beim performen, proven, pleasen,
sind hart zu uns selbst, oft noch härter andren (Frauen) gegenüber,
wenn Du andere schnell verurteilst, stehst Du bei Dir selber eher drüber,
wenn’s den anderen noch schlechter geht als Dir, bist Du schneller überm Berg,
und wenn Du Dein Aussehen gut findest, hast Du kein’ Grund fies zu sein, bist nicht unfair.

Den Männern gehts nicht anders, auch sie streben (unbewusst) Normen an,
so wird von ihnen immer noch erwartet, ihre Emotionen unter Kontrolle zu haben,
dominant, risikofreudig, erfolgreich, selbstsicher, stark solln sie sein,
nach Status streben, bisschen Playboy sein, sogar ‘n aggressives Wesen solln sie zeigen.

Shame entsteht auch hier, wenn Du als Mann glaubst der maskulinen Norm nicht zu genügen,
Shame Trigger Nummer 1 bei Männern, ist „weak“ zu sein, vor anderen schwach zu wirken,
Schicksalsschläge nicht einfach wegzustecken, Angst zu haben, in Trauer zu versinken,
es nicht zu packen, sich am Job aufzureiben, sich dauernd Krank zu melden,
Existenzangst kriegen, ‘ne Depression erleiden, am Boden zu liegen, immere wieder scheitern.

Das können wir (Frauen) nicht ertragen, nicht mitansehen,
verlangen zwar Verletzlichkeit von ihnen,
wollen, wenn sie da ist, aber lieber wegsehen,
vermitteln ubewusst “Stell Dich nicht so an”, “Sei keine Pussy”,
das lässt die Männer doppelt beschämt zurück, frisst sie.

Masculine Norms:
– Winning
– Emotional Control
– Risk Taking
– Violence
– Dominance
– Plaboy
– Self-Reliance
– Primary over women
– Disdain of homosexuality
– Pursuit of status

Brené Brown, Daring Greatly

Das sind nur einige der Normen, die so viel Shame hervorbringen,
nur einige der “supposed to’s”, die wir so schwer erfüllen können,
nur einige Erwartungen, die unsere Welt an uns hat,
nicht auszudenken, wie viel schwerer es manch eine:r noch hat.

Was sind Schutzstrategien für Shame?

Damit Du Shame überhaupt aushält, Dich von dessen Schmerz abtrennst,
ziehst Du Dich zurück, verbirgst, verheimlichst, relativierst,
versuchst Andren zu gefallen, machst es ihnen ständig recht,
kämpfst an dagegen, bist aggressiv, fightest Shame mit Shame,
aber egal, welche Richtung Du wählst, move away, towards, against,
Du driftest nicht nur weg von Shame, sondern vor allem von Connection.

Wir alle habn individuelle Schutzstrategien gegen Shame,
doch gibts n paar Rüstungen, die sind universell,
die ziehen wir uns alle an, um uns vor Shame zu schützen.

Perfektionismus ist so eine universelle Schutzstrategie,
bei der Du denkst, Du entgehst Shame, in dem Du perfekt bist,
doch Du erzeugst ständig Shame, weil Du dem Ideal niemals gerecht wirst,

Perfektionismus ist eine Form von Shame, Du pleased, erfüllst Erwartungen, um zu genügen.
Du denkst, wenn Du alles perfekt machst, dann bist Du liebenswürdig, gut genug,
wenn Du scheiterst, Fehler machst, kritisiert wirst, dann bist Du nicht gut genug.
Als Perfektionist:in hast Du ne Riesen Angst zu versagen, die Erwartungen nicht zu erfüllen,
versuchst ein Scheitern mit allen Mitteln zu verhindern,
orientierst Dich stattdessen an dem, was die Andern denken,
suchst im Außen nach Bestätigung, nach Lob, nach Anerkennung,
machst Deinen Selbstwert von Deiner Leistung, Deinem Impact abhängig,
bist das wert, was du erreichst, wie exzellent Du’s hinkriegst, wie toll Dich die Andern finden.

Perfektionismus hat nichts mit dem menschlichen Bedürfnis nach Verbesserung zu tun,
nichts mit gesunder Leistungsbereitschaft, Fleiß, hohem Qualitätsanspruch,
Perfektionismus ist keine als Stärke getarnte Schwäche, nix cooles, nicht erstrebenswert,
sondern viel eher eine dysfunktionale Verhaltensweise, destruktiv, suchterzeugend,
killt Kreativität, vernichtet Genuss, verhindert Zufriedenheit und wahre Freude,
kostet Energie, macht Dich verkrampft, starr im Denken, ziemlich unflexibel,
vielleicht sogar verbittert, entfremdet, einsam, immer unter Strom,
lässt Dich Dein Leben im Kampfmodus verbringen, wütend-aggressiv, ohne Aussicht auf Erfolg,
bringt nicht selten Angststörungen, Depression, Erschöpfung, im Zweifel Burnout hervor.

Vielleicht bringt Dich Dein Perfektionismus dazu, Dinge gar nicht erst anzugehen,
bevor du hinfällst, Fehler machst, es lieber gar nicht erst zu probieren,
vielleicht lässt Dich „be perfect, do perfect“ nie was riskieren, im Leben immer nur auf sicher spielen,
vielleicht treibt Dich Dein Perfektionismus zum Prokrastinieren, bringt Dich dazu, Wichtiges immer auf die lange Bank schieben,
vielleicht lässt es Dich nie fertig werden, es nie good enough sein, um abzuschließen,
vielleicht treibt’s Dich ständig in die Selbstausbeutung, immer am Overperformen, Höchstleistung bringen.

Perfektionismus macht süchtig, denn wenn Du scheiterst, denkst du, Du hast es nicht gut genug gemacht und wenn Du erfolgreich bist, muss die nächste Leistung noch besser sein,
so läufst Du einem unerreichbaren Ideal hinterher, schaffst es nie Dir selber zu genügen,
kannst Dich noch nicht mal über Deine Leistung freun, Deinen Erfolg, Zuspruch von außen nicht wirklich genießen,
es hätte doch immer irgendwie noch besser laufen können, mehr fließen,
das hätte mir doch viel leichter von der Hand gehen müssen,
gleichzeitig wird Deine heroisches Selbstausbeuten zum neuen Maßstab, den’s zu übertreffen gilt,
vermengt sich oft auch mit dem Glaubenssatz “Ich muss mich quälen, um Erfolg zu haben.”

Perfektionismus ist selbst-zerstörerisch, ein Idealzustand, den Du nie erreichst,
bei dem es oft darum geht, dass die Anderen Dich als perfekt sehen,
doch deren Wahrnehmung kannst Du nicht kontrollieren,
so strebst Du was an, was unmöglich ist, machst Dich zudem von der Wertung anderer abhängig.
Besonders dysfunktional wird’s wenn Du in in vielen Bereichen gleichzeitig perfekt sein willst, wenn sich Dein Perfektionismus durchs ganze Leben zieht,
Du die beste Angestellte, Mutter, Speakerin, Marathonläuferin und Ehefrau sein willst,
unendliche Idealbilder und Normen vor Dir, die Du zu erfüllen strebst,

´´´´Betäuben ist wie Perfektionismus eine Schutzstrategie gegen Shame,
Du betäubst, dass Du Dich unzulänglich fühlst, so killst Du den Pain,
nimmst die Spitzen raus, wenn Du Dich mal wieder völlig verausgabst hast,
benebelst Dich erst Recht, wenn Du Dich Deinem Leben grad nicht gewachsen fühlst,
narkotisierst Deine Einsamkeit, das “ich bin allein, weil ich nicht liebenswürdig bin”,
Angst, Sorgen, soziale Isolation, Überforderung, all das boosted Shame noch mehr,
so trinkst du was, isst Du viel, bist crazy-busy, schaust exzessiv Netflix, zockst,
oder was immer auch Dein Anästisieren von nicht genug is,
blöd ist nur, dass Du damit alle Gefühle abdämpfst, auch die die du willst.

Shame-Back, kritisieren, attackieren, zynisch sein sind auch Wege mit Shame umzugehen,
andere angreifen, abwerten, Dich lustig machen, Deine Autorität verwenden, um Andere zu erniedrigen, nur damit Dir Dein “nicht genug” weniger weh tut …
Disengagen, nicht mitgehen, Dich raushalten ist auch n Art vor Shame zu fliehen …
es gibt viel mehr Wege, das sind nur einige der Shame-Schutzstrategien

Was ist Dein Abwehrmechanismus?
Wie verhinderst Du Shame?

Im folgenden findest Du 8 Tipps, die gegen Shame helfen!

Was hilft gegen Shame?

1. Entwickle Shame-Resilienz!
Shame Resilience: „The ability to recognize shame and move through it while maintaining our worthiness and authenticity.” (Brené Brown)

A. Erkenn Shame & seine Trigger
Woran erkennst Du im Körper, dass Shame Dich gepackt hat? Wie fühlt sie das an?
Was sind die Botschaften, Stimmen die Du wahrnimmst?
Welche Erwartungen, Normen hat Shame getriggert?

… wenn Du mitten in einer Shame-Attack bist:
Nimm sie wahr, atme durch, sage „ich spür Shame“,
damit kehrst Du zurück zu Deinem denkenden Hirn, dann …

B. … mach den Reality-Check!
Sind die Erwartungen, Normen wahr? Sind sie realistisch?
Stimmt das, ich soll dünn, bescheiden und nett sein?
Willst Du so sein, oder ist es das, was Andere denken?
Was willst Du?

C. Entscheid Dich!
Entscheid Dich, was du willst und reagier entsprechend!

D. Teil Dich mit!
Vertrau Dich andern an, sprich darüber, was Dir passiert ist!
Shame lebt davon, dass wir nicht drüber sprechen, nach dem Motto „I thought it was just me“ …
Sobald Du Dein Shame-Erlebnis freilässt, verliert es seine Macht!
(Bréne Brown)

2. Sei Dir Deiner Normen bewusst!

  • Was sind Deine Normen, Deine Werte?
  • Sind’s die, Du willst oder übernnommen von den Anderen?
  • Willst Du mitmachen bei den “supposed to’s” wie “als Mutter soll ich … sein”? Bei welchen nicht?
  • Oder hast du eigene, andere Normen?

3. Sei Dir Deiner Norm-Erwartungen an Andere bewusst!

  • Achte drauf, was sind Deine „Shame Prerequisites“ sind, Deine Vorbedingungen an Deine Umwelt!
  • Welche Erwartungen, Normen kommunizierst Du implizit oder explizit?
  • Wie bewertest Du andere?
  • Was lebst Du Deinen Kindern vor?

„We can’t raise children that are more shame resilient than ourselves.”

Brené Brown, Daring Greatly

4. Mach Dir Deine Shame-Erlebnisse bewusst

  • Was waren die Shame-Erlebnisse, die Dich bis heute prägen?
  • Werd’ Dir drüber klar, dass Deine Shame-Erlebnisse nur ein Teil Deiner Story sind: Du bist viel mehr als Deine Shame-Erlebnisse!
  • Schreib Deine Geschichte um!

5. Reflektiere Deinen Perfektionismus!

  • Was versuche ich dadurch zu erreichen?
  • Worum geht es mir dabei?
  • Will ich eine Rolle perfekt erfüllen? Sogar mehrere Rollen?
  • Will ich, dass Andere mich für perfekt halten?
  • Was möchte ich darüber herstellen, wenn Andere mich für perfekt halten?
  • Was ist der Preis den ich zahle?
  • Wie kommt es dazu, zu meinem Perfektionismus, zu den Selbstansprüchen?
    • Glaube ich, dass es eine perfekte Lösung gibt (obwohl Probleme oft komplex und dynamisch sind)? (Wahrnehmungsverzerrung)
    • Habe ich von mir und meiner Leistung stets nur die negativen Aspekte im Blick? (Selektive Aufmerksamkeitsprozesse)
    • Habe ich gelernt, dass Fehler schlimm sind? Habe ich gelernt, dass ich für gute Leistungen belohnt werde und für schlechte bestraft?
  • Wie kann ich meine “Imperfektionstoleranz” erhöhen? Imperfect & good enough sein?
    Vielleicht heißt das absichtlich Fehler machen für Dich.
    Oder roten Lippenstift an den Tagen, auch an den schlechten Tagen. You choose!
    (Puls Psychologie Podcast, “Perfektionismus”)


6. Trenn Dein Ich von Deinem Verhalten!

  • Sag lieber „mein Artikel ist fehlerhaft“ statt „ich bin fehlerhaft“!
  • Sag lieber „ich hab heute wenig Zeit mit meinen Kindern verbracht“ statt „ich bin eine schlechte Mutter“!
  • Nur weil Dein Verhalten nicht so ist wie Du’s willst, bist Du immer noch ein liebenswürdiger Mensch.
  • Du kannst Dein Verhalten ändern!

7. Normalisiere Shame!

  • Jeder empfindet Shame! Rede drüber und schenke Anderen in Shame Empathie!

8. Entwickle ein Enough Mindset!

  • I am enough – Ich bin genug!
  • I have enough – Ich hab genug!
  • We are enough – Wir sind genug!
  • We have enough – Wir haben genug!
  • Genug!


Literatur

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EXPANDIERE!

Paige Bradley, Expansion
Paige Bradley, Expansion, https://paigebradley.com/sculpture/metamorphosis/expansion-half/

„I refuse to see you as a victim“, sag’ ich zu Ihr,
und sie sieht mich entgeistert an,
„I refuse to see you as a victim“, wiederhol’ ich,
und schau’ zu, wie ihr Selbstbild in sich zusammenbricht.

Seh’ die Scherben ihres alten Images auf den Boden fallen,
spür’ die Chance auf ‘ne neue Identität keimen, gedeihen,
fühl’, wie aus den Splittern ihr neues Spiegelbild erwächst,
werd’ Zeugin, wie sie sich grad selbst neu zusammensetzt.

Wie andre Dich sehen hat Einfluss drauf, wer Du bist,
formt Deine Identität, fließt in Dein Wesen,
überblendet sich mit dem, wer Du glaubst zu sein,
mischt sich mit Deinem Kern, wer Du tief im Inneren bist.

Überlappt sich, reibt sich, überschreibt sich, fusioniert,
lässt Dich irgendwo dazwischen Deine Identität aufspürn,
sie massieren, kneten, verformen, definieren,
damit sie da reinpasst, wo Du grad unterwegs bist.

Du bist ständig am updaten, anpassen, austarieren,
abends nicht mehr die, die du morgens noch warst,
streifst alte Schichten ab, baust neue Facetten auf,
ziehst ungetragne Rollen an, lässt Labels Fremder zu.

Du bist immer wieder ‘ne Andere,
switchst je nach Kontext in ‘nen neuen Modus,
bist in der Arbeit ‘ne Andere als daheim mit den Kids,
bist mit den Freund:innen ganz anders drauf als mit den Sis.

Dynamisch, fließend und ständig im Wandel,
komplex, vielschichtig, multidimensional ist Identität,
nicht immer greifbar, schwer zu definieren,
und gefährlich, wenn’s Definieren jemand anders übernimmt.

Wenn jemand anders festlegt, wer Du bist, wer Du zu sein hast,
Dich Check-Boxen anticken lässt, welche Hautfarbe Du hast,
Dich ankreuzen lässt, welcher Ethnie Du angehörst,
Dich in ‘ne Box steckt, die allein ER definiert hat,
und zwar ohne Dich, ganz ohne Dein Mitspracherecht.

Wer Du zu sein hast, sagen Dir im Leben Viele,
mal ganz explizit, mal zwischen den Zeilen,
Du lernst schnell, wer Du sein sollst durch was sie Dir spiegeln,
kriegst Anerkennung für das, was sie mögen,
strafende Blicke für das, was ihrer Meinung nach gar nicht geht.

Irgendwann siehst Du Dich so, wie sie Dich sehen,
nimmst Dich nur noch durch ihre Brille wahr,
fragst Dich, ist wie sie Dich sehen, wer Du wirklich bist?
Wunderst Dich, ist wie Du Dich siehst, wer Du wirklich bist.

Bist Du (noch) Du?
Oder ist ein anderer Mensch in Dich hineingeraten?
Bist Du inzwischen sie, er, beide, andre geworden?
Wer bist Du?

Mutter, Freund:in, Schwester, Partner:in?
Europäer:in, Deutsche:r und Universalist:in?
Katholik:in, geschieden:er, Feminist:in?
Transgender, Politiker:in, Scheidungskind?
Traumatisierte:r, Foo Fighters-Fan, Surfer:in?
Student:in, Opfer, Künstler:in?

Vielleicht bist Du ALL das …
und noch viel mehr.

Doch wer bist Du jenseits Deiner Rollen,
abseits der Labels?
Wer bist Du, wenn Du Deine Hüllen fallen lässt,
ohne Makeup?
Wer bist Du unten drunter,
in Rohform, unpoliert?

Wer bist Du in pur, Du unverdünnt?

Halt’s fest, wenn Du’s weißt,
mach’s Dir neu zu Eigen, expandier’s.
Don’t worry, wenn’s Dir ausweicht,
Du’s unscharf siehst, es entwischt,
es ist gekommen, um zu bleiben,
ist nur ‘ne Frage der Zeit,
bis das, was innen glüht,
nach außen hell strahlt.

Is ‘ne Frage der Zeit und vor allem der Praxis,
streif’ Rollen ab, die Du nicht mehr willst,
werf’ Labels weg, die Dir nicht dienen,
verweigre Boxen, die Dich einengen,
reiß Mauern ein, die Dich isolieren,
lass’ Wunden heilen, die noch bluten,
gib’ Emotionen preis, für die Du Dich schämst.

Bis … Du (wieder) Du bist.
Du, in pur, Du unverdünnt.

Vielleicht dauert’s ‘n bisschen, das is normal.

“Sometimes”, so Miles Davis,“you have to play a long time to be able to play like yourself.“

Was ist Identität?

Identität ist die Antwort auf die Frage „Wer bin ich?,
„Wer bist Du?“, „Wer ist jemand anders?“

Du bist von klein auf bis ins hohe Alter die Gleiche,
doch bleibst Du niemals in Dir selbst die Gleiche,
erneuerst dich immer wieder, körperlich wie seelisch,
das eine entsteht, das andere vergeht.
(vgl. in Lexikon d. Psychologie, Platon)

Identität ermöglicht Dir, Dich selbst stets gleich wahrzunehmen,
zu jeder Zeit, in jeder Situation,
erlaubt Dir, ‘ne innere Einheitlichkeit zu spüren,
obwohl um Dich herum alles im Change is.

Identität ist das Scharnier zwischen Innen und Außen,
lässt die beiden Welten sich ständig abgleichen,
schließt Kompromisse zwischen Deinen Bedürfnissen, Deiner Umwelt,
vereinigt Teilidentitäten, bringt innere Widersprüche in Harmonie.
(vgl. in Lexikon d. Psychologie)

Sorgt dafür, dass Du immer EIN ICH bist,
immer eine ganze Persönlichkeit bleibst,
kohärent, kongruent, konstant, stabil,
dennoch top-aktuell, stets dynamisch agil.

Du findest Deine Identität im Spannungsfeld zwischen
wer Du bist,
wer Du glaubst zu sein
und für wen Dich Andere halten,
navigierst zwischen den Polen laufend hin und her,
passt dich ständig an, mutierst Dich, transformierst,
um in den Kontext reinzupassen, wo du grad am Start bist.
(Dr. Yabla, Unlocking Us Podcast, One Drop)

Identität ist glitschig, schwer zu greifen,
nicht einfach zu definieren, ziemlich komplex,
ist abhängig davon, wer sie definiert,
Du selbst oder Andere, oder das System in dem Du lebst.
Das erfasst dann Deine Nationalität, Deine Ethnie, Deine Hautfarbe,
Dein Familienstand, Deine Religion, Deine Steuerklasse,
stülpt Dir Labels drüber, definiert Dich in Check-Boxen,
ganz ohne, dass Du dabei ‘n Wörtchen mitreden darfst.

Identität lässt Dich verschiedene Rollen spielen,
situationsbedingt in andere Codes switchen,
bringt Dich je nach Kontext dazu, ‘ne andere Sprache sprechen,
lässt Dich je nach Bühne in ‘nen anderen Modus schalten.
(Dr. Yabla, Unlocking Us Podcast, One Drop)

So sprichst Du als Mutter daheim anders als im Büro,
verhälst Dich in der Kirche ganz anders als beim Volleyball,
unterhälst Dich auf ‘nem Meetup wiederum anders als beim Brunch,
“We all are always performing”, “All the world’s a stage”.
(Dr. Yabla; Shakespeare, As You like it)


Wie entsteht Deine Identität?

Das, was Du erlebst, Deine Erfahrungen,
erzeugen Emotionen, Gefühle in Dir.
Aus den Emotionen entstehen Werte,
das, was Dir wichtig ist, was Dich ausmacht.
Deine Werte wiederum formen Deine Identität,
die, die Du bist und sein willst.
(vgl. Mark Manson, im Good Life Project Podcast)

Damit sich Deine Identität voll entfalten kann,
brauchst Du ein Leben voller Erfahrungen.
Je mehr Du erlebst, je bunter Deine Abenteuer sind,
umso mehr erkennst Du Deine Werte,
weißt, was Dich ausmacht, was Du brauchst, was Du willst.

Je diverser Deine Erfahrungen sind,
desto diverser wird Deine Identität werden,
desto resistenter wird Du aufgestellt sein,
denn Du hast viel mitgemacht, durchlebt, ausgestanden,
weißt, dass Dich so schnell nix mehr umhaut, nix rauswirft aus der Bahn.

Wenn Du als Kind schon viel erlebst,
vielleicht ‘ne Scheidung oder im Sport zu verlieren,
Dir den Arm zu brechen oder böse hinzufallen,
nicht zur Party eingeladen zu sein, vor Mitschülern blöd dazustehen,
das alles macht sich dann später bemerkbar, zeigt sich in Deinem Wesen, prägt,
macht Dich deutlich resilienter, mit ‘ner viel größeren Reaktionsrange.

Oft aber wächst Du als Kind behütet, abgeschirmt auf,
hörst „pass auf“ und „sei vorsichtig“, „geh kein Risiko ein“,
wirst begleitet, abgeholt, beschützt und umsorgt,
und wirst dabei vor allem Deiner Identitätsentfaltung beraubt.

Auch später im Leben macht es Sinn, viel zu erleben,
Dich selbst zu erweitern, oft Neues zu erfahrn,
denn wenn Du Dich nur über eine Sache definierst,
Deinen Wert, Deine Anerkennung nur daraus ziehst,
dann bist Du schnell „nur“ das, die EINE Sache allein, die Dich ausmacht.
(vgl. Mark Manson)

Das ist nicht nur eindimensional, sondern auch risky,
denn wenn’s dort mal nicht so läuft, fällst Du vielleicht um,
denkst, Du bist nix mehr Wert, bist unnütz, gibst auf,
redest Dir ein, es bleibt nix mehr übrig, I’m all gone, das war’s.

Auch wenn Du ein Trauma erlebt hast,
mal Opfer, Verlassene:r oder Betrogene:r warst ,
kann’s sein, dass Du Dich mit dem Teil überidentifizierst,
alle andern Facetten von Dir untertauchst, ertränkst, versenkst,
nicht zulässt, dass Du viel mehr bist als nur der eine Teil von Dir.

Doch Du bist multidimensional, hast viele Ichs in Dir,
lass es zu, hol sie raus aus der Versenkung,
expandier, erleb’ Neues, adde Facetten,
dann ergibt sich schon bald ein ganz andres Bild von Dir,
eins mit ganz vielen bunten Persönlichkeitsaspekten.

Manchmal geht’s mehr um Befreiung als Expansion,
um’s Abwerfen, um’s hinter Dir lassen, bewusst nicht mehr sein,
darum, den Kern Deiner Identität frei, leicht, sichtbar zu machen,
sie von all dem Ballast, der draufliegt, zu befreien
(Good Life Project Podcast, A Good Life Is More About Liberation …)

Der Ballast, ist das, was Du von klein auf einsammelst,
sind die Schichten, die Du aufträgst, um reinzupassen,
sind neue Rollen, die Du annimmst, um zu gefallen,
sind fremde Wesenszüge, die Du anziehst, um geliebt zu werden.

Denn Dich prägt, wofür Dein Umfeld Dich gelobt hat,
welche Verhaltensweisen gut ankamen, Dich in die Community brachten,
Genauso prägt Dich, wofür du bestraft wurdest,
was gar nicht gut ankam, Dich beschämt, an Dir Zweifeln ließ.
(Don Miguel Ruiz, The Four Agreements)

So entstehen über die Zeit ziemlich viele Schichten,
Erwartungen, Labels, Wunden und auch Masken,
sie alle legen sich über Dich, Deine Identität drüber,
so dass Du Deinen Kern manchmal gar nicht mehr siehst.

Dann gilts, Layer für Layer die Schichten abzustreifen,
Hülle für Hülle die Hüllen fallen zu lassen,
Masken abzunehmen, Labels abzugeben,
bis Du unten all dem wieder zum Vorschein kommst.

Wenn Du Dich wieder siehst, hast Du Dich befreit,
hast Dir Dein Ich zurückerobert, Dir ‘nen Neustart verschafft,
jetzt ist’s an Dir, Dich nach Deinen Regeln zu ownen,
Dein Ich zu nähren, zu expandieren, selbstbestimmt zu leben.

Vielleicht warst Du schon immer Künstler:in und lässt es dann zu.
Vielleicht bist Du keine Frühaufsteherin und erlaubst Dir, es nie sein zu müssen.
Vielleicht warst Du bisher vor allem „Opfer“, willst jetzt aber all Deine Teile sein.
Vielleicht warst Du Mann und Frau, traust Dich jetzt endlich beides zu sein.


Wie manifestiert sich Deine Identität?

Wer Du bist, manifestiert sich in dem, was Du tust.
Wie Du Dich siehst, fließt ein, in das, was Du kreierst,
macht es authentisch, originell und unique,
formt es, durchtränkt es, hat Deinen Fingerabdruck.

Wenn Du mutig bist, wenn Mut Dein Wert ist,
wird sich Dein Mut in Allem zeigen, was Du tust, erschaffst,
wird immer wieder in verschiedenen Facetten auftauchen,
Dich mal dazu bringen für andere einzustehen, aufzustehen.
Dich ein andermal in Deiner Arbeit Grenzen sprengen lassen,
Dich oft dazu bewegen, tiefe Verbindungen zu knüpfen,
weil Du Dich traust, verwundbar zu sein.

Wenn Du Dich als Künstler:in siehst, als Graphic Artist,
ein bisschen wie Hundertwasser, mit ‘nem inneren Auftrag,
die Kreativität in Dir, in Anderen freizusetzen,
dann wird sich das zeigen, in dem, was Du tust,
in den Designs auftauchen, die Du erstellt,
in den Patterns emergen, die Du entwirfst,
sich in den Zeichnungen blicken lassen, die Du machst,
im Impact zu spüren sein, den Du auf andere hast.

“Craft is not about craft. It’s about essence: Who you are, how you live your life, the way you engage with the world.”
(Good Life Project, Greatness is not just about Skill, it’s about Essence!)

Für eine einzigartige, magische Gitarre, so der berühmte Gitarrenbauer T J Tompson,
ist das Wesen, die Seele ihres Gitarrenbauers ausschlaggebend.
Seine Persönlichkeit fließt ins Holz mit ein, seine Essenz geht in die Fasern über.

“You cannot let your personality out of your guitar.”
(Good Life Project, Greatness is not just about Skill, it’s about Essence!)

Tipps für MEHR Identität!

Expandier’ Deine Identität!

1. Sag’s: Wer bist Du, wenn keiner zusieht?

Frag Dich:

  • Wer bist Du, wenn Dir keiner zusieht? (Doris Dörre)
  • Was machst Du anders?
  • Was erlaubst Du Dir?
  • Was ist hier möglich?
  • Was soll keiner wissen?
  • Für was schämst Du Dich?
  • Wer bist Du sonst, unter Leuten?
  • Was macht Dich aus?
  • Was sind Persönlichkeitsmerkmale, die Dir andere spiegeln?
  • Wie kongruent bis Du unter Leuten und Du, wenn keiner zusieht?
  • Wie kongruent willst Du, dass es ist?
  • Wie kongruent lässt Du es werden?

Inspiriert von Doris Dörre, “Leben, schreiben, atmen”

2. Shatter your Self-Image!

  • Lass Dein Selbstbild wie ‘ne Skulptur auf den Boden fallen!
    Lass los, was Dich bisher ausgemacht hat!
  • Nimm Deine Identitätssplitter, bau sie neu zusammen!
    Lass manche weg, die Du nicht mehr brauchst!
  • Flick sie mit Goldstaub wie in Kintsugi wieder zusammen!
  • Dann Lass Dein Licht nach Außen leuchten! Wie bei Paige Bradley’s Skulpturen.

Inspiriert von Paige Bradley

3. Expandier’ Deine Identität!
Definier’ Dich nicht nur über Deinen Job oder Deine aktuelle Rolle.
Expandiere! Diversifiziere Deine Identität!

Frag Dich:

  • Was interessiert mich (wirklich)? Was finde ich spannend?
    … Wenn’s Musik ist, lerne ein Instrument!
    … Wenn’s Fotographie ist, fang an zu fotografieren!
    … Wenn Du schon immer mal Schwedisch lernen wolltest, do it!
  • Erweitere den Kreis der Menschen mit denen Du Dich umgibst!
    … Gib anderen Lebenswelten, Einstellungen Raum in Deinem Leben!
    … Setz’ Dich dem bewusst aus, unterhalt Dich mit Andersdenker:innen!
  • Lebe für ne längere Zeit in ‘nem anderen Land! Lass die Kultur in Dich übergehen!
  • Befass’ Dich mit Aktien, Philosophie oder Zen-Buddhismus! Stell Dich neuen Themen, die Dich bewegen.
  • Lerne zu programmieren, lies’ ein Kinderbuch oder probier ‘ne neue Sportart aus

Was auch immer Du wählst, tauch voll darin ein, lass es Teil von Dir werden!
Expand!

Inspiriert von Mark Mason

Ich unterstütz Dich als COACH gern beim Expandieren Deiner Identität und Deiner Stärken! Meld Dich, wenn Du das mal FOR FREE in einer Sample Session ausprobieren willst.

4. Re-define Yourself! Beim REBEL COACH CAMP!

  • Werd’ die Person, die Du schon lang sein willst! Wer willst Du (mehr) sein?
    • Role Model, Pionier:in, Gründer:in, Künstler:in, Coach, Leader:in?
    • Willst Du öfter NEIN sagen? Grenzen ziehen? Deine Meinung vertreten (trotz Gegenwind)? Vor vielen Leuten sprechen? 
    • Willst Du groß denken, Dir mehr zutrauen, mehr Risiken eingehen?
    • Endlich Deinem Herzen folgen, Job kündigen, Purpose leben?
  • Stell Dich der Challenge, die Du schon lang meistern willst!
  • Im Camp findest Du raus, was Du willst, welche Anteile Deiner Identität Dich bisher davon abgehalten haben und welche Dir helfen, nach vorne zu leben!
  • Du gehst den 1. Schritt in Deine Veränderung und wirst ein REBEL!
  • Meld Dich gleich an beim nächsten REBEL COACH CAMP!

Bild:

Literatur:

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ALLES WIRD BEIM GEHEN GEKLÄRT

Ob Diogenes, Sokrates, Einstein oder Steve Jobs,
sie alle warn ständig am Spazieren.
Flanieren, um Ideen zu spinnen,
laufen, um Festgefahrenes freizulegen,
schlendern für ‘ne neue Perspektive,
bewegen, um Gedanken fließen zu lassen,
gehen, um neue Wege zu betreten,
Schritt für Schritt
Körper und Kopf zusammenlotsen,
Herz und Seele verbinden,
Tempo verlangsamen,
Sinne schärfen Rastlosigkeit abwerfen,
Stress ausblenden,
mehr spüren, klarer sehen,
Weitblick vergrößern,
Kreativität aktivieren,
Gelassenheit kultivieren,
Freude reanimieren,
Inspiration zulassen.

Und dann,
zurückzukommen,
irgendwie transformiert,
́ne Andre als vorher,
mit Antworten auf Fragen, die Du nicht gestellt hast,
bei Deinen besten Gedanken angekommen,
durchgegangen, um zu wissen,
was jetzt kommt, was jetzt sein soll,
wohin’s geht, was wichtig ist.
Denn, so sagt Diogenes,
alles wird beim Gehen geklärt.

>> Schau Dir das REEL zum TEXT auf INSTA an

Wär das nicht cool, transformiert wie Sokrates & Co von einem Spaziergang zurückzukehren? Und, im Job neuen Schwung aufzunehmen oder klar zu haben, was Du beruflich wirklich willst?

Es ist ganz einfach!
Stell Dich der Challenge:
Mach’ einen Spaziergang in Deiner Kaffeepause! Heute auf jeden Fall …
… und, vielleicht auch die nächsten 29 Tage! Denn so lang braucht’s, bis es Dein Habit wird!

Und damit das klappt, hier ein paar Tipps:

  • Automatisier‘s! Mach jeden Tag einen Spaziergang zur gleichen Zeit, stets gleich lang.
  • Spaziere etwa 20 Minuten! Das senkt Deinen Cortisolspiegel am Besten, Dein Stresslevel sinkt signifikant.
  • Geh‘ langsam, sei achtsam! Konzentrier ́ Dich nur auf Deine Sinne. Was siehst, hörst, spürst, fühlst und berührst Du? Und wie ist das?
  • Und wenn Du doch mal an Deine Arbeit denkst oder Sorgen aufkommen, mach ́ einen Schritt zurück und lass es los. Oder geh kurz rückwärts für einen Rewind und starte neu.

in Kooperation mit Courage Magazin & Talentista zur 21 Day Challenge

>> Schau Dir das REEL zum TEXT auf INSTA an

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WHAT ARE YOU CHOOSING?

„I choose to be here“,
sagt sie und legt ihre Müdigkeit ab,
„I choose to be present, all-in, and enjoy“,
sagt sie und ich spüre ihre Präsenz im Space, in mir.

Nur einen Augenblick hat es gedauert,
und sie hat die Perspektive gewechselt,
eine, die ihr dienlicher ist, die ihr taugt,
eine, die sie empowered, sie mitten rein, in ihr Leben katapultiert.

Ihre Entscheidungshoheit beeindruckt mich,
sie wählt bewusst, wie sie die Welt grad sehen will,
bestimmt den Impact ihrer Sichtweise mit,
lässt sich nicht einschränken, sucht die Bandbreite.

„I choose to be here“,
hab ich mir danach auch viel öfter gesagt,
und gespürt, dass das ’n großen Unterschied macht,
ich bin dann ganz bewusst im Hier, lass mich drauf ein,
enter neue Sphären, die gibt’s nicht nebenbei.

„I choose to be here“,
je mehr ich das mache, desto mehr fällt mir auf,
was wähl ich da eigentlich, und was lass ich aus?
Was wähl ich nicht, was verpass ich so wohl?
Ist das, was ich wähl wirklich das, was ich will?

„What am I choosing?“,
die Frage lässt mich nicht mehr los,
mach so Einiges, merk ich, was ich nicht will,
und nicht genug von dem, was ich wirklich will.
Ich bin nicht die, die ich sein könnte,
claim nicht all die Facetten, die ich sein will.

„You can be everything you want to be.“
„You can do everything you want to do.“
Sela.
True.

„So what am I choosing?“

Coach sein, Rebel Coach,
die Beste, die ich sein kann, choos’ ich.
Poetin sein, Poetry Slammerin,
ne Straßen Philosophin mit eigener Klangfarbe, wähl’ ich.
True sein und mutig,
kreativ sein und idealistisch, select ich,
frei sein und liebend,
all-in sein und in Verbindung, das wähl’ ich.

Wähl ich, trau mich, commit’ mich.

Und sag damit NEIN.

NEIN zu … schreiben ist ’n „add-on“,
NEIN zu … lernen geht auch nebenbei, all alone,
NEIN zu … lesen klappt schon zwischendrin,
NEIN zu … Slack-Time gibt’s erst im Urlaub,
NEIN zu … Jobs ohne Energy-Boost,
NEIN zu … Aufträge ohne Herzblut,
NEIN zu … Kund:innen ohne Commitment,
NEIN zu … Klient:innen, die andere Rebels brauchen,
NEIN zu … JEIN!

Und mein NEIN heißt auch JA.

JA zu … Schreib-Slots mitten am Tag
JA zu … Lernzeit fix eingeplant,
JA zu … Coaching Peers als feste Institution,
JA zu … Leseeinheiten im Kalender in grün,
JA zu … Inspiration-Time für Slack & SUP,
JA zu … Poetry Slam- & Speaker’s Corner Auftritten,
JA zu … Kund:innen, die mit mir all-in, deep-dive gehen,
JA zu … Klient:innen, die mutig ihrem Weg folgen,
JA zu … Geld wird schon reichen!

Yes! Neice!
Klingt Mega!
Und, ich weiß,
jetzt kommt sie,
die eigentliche Challenge,
es zu tun,
immer wieder,
jeden Tag,
jede Stunde,
jede Minute,
stets neu,
und bewusst
diese Entscheidung für mich zu treffen.

Ich bin Rebel Coach & Straßen Poetin.
True, mutig, kreativ, idealistisch, frei, liebend … all-in.

Und Du?
What are you choosing?

„You are always choosing!“

Du triffst immer ‘ne Entscheidung!
Auch wenn Du keine Entscheidung triffst,
triffst du eine, nur keine, die bewusst is.
Wenn Du Dich FÜR etwas entscheidest,
Sagst du automatisch NEIN zu was Andrem,
nimmst eins mit, lässt das andere liegen.

Aber ist das, was Du mitnimmst, wirklich das, was Du willst?
Oder eher das, was andere erwarten?
Ist das, was Du liegen lässt, wirklich das, was Du nicht willst?
Oder folgst Du hier einem limitierenden Gedanken?
„Das was ich wählen würd, ist für mich eh nicht möglich“,
„It’s not meant to be“.

Is it meant to be? Or not?
You decide.
Du bist die Autorin Deiner Lebensgeschichte.
Du entscheidest, wie Du sie schreiben willst,
was für Dich möglich ist,
wer du sein willst,
was du tun willst,
mit welcher Einstellung Du’s angehst.

Wenn Du das bewusst wählst,
lebst Du Dein Leben proaktiv, mit Intention,
lässt Dich nicht treiben,
sondern bestimmst den Kurs,
machst Dir Deine Welt, so wie sie Dir gefällt,
machst wahr, was Du Dir wünschst.

Machst Nagel mit Köpfen,
commitest Dich auf das, was Dir wichtig ist,
immer wieder, stets aufs Neue,
ganz bewusst und ganz klar.
100 % responsible,
you in charge of you.

Das mag nicht immer einfach sein,
nicht jede Entscheidung ist feel good,
doch wenn sie bedeutsam ist,
bringt die Dir Empowerment,
Klarheit, Sinn, Lebendigkeit und Fokus,
Alignment mit Deiner inneren Stimme,
Vereinigung mit Dir selbst.

So what are you choosing?

„You are always choosing a perspective!“

Wenn Du sagst „ich hab keine Wahl, ich muss den Job machen“,
steckst Du in ‘ner Perspektive fest.
Du sieht alles durch die „Ich habe kein Wahl-Brille“,
und Deine Motivation ist wahrscheinlich im Sinkflug.

Wenn Du sagst, „ich bin frustriert von meiner Ehe“,
steckst Du in ‘ner Perspektive fest.
Du siehst alles an Deiner Ehe als frustrierend an,
kannst kaum noch was Gutes feststellen.

Wenn Du sagst, „wegen Covid kann ich mein Business nicht starten“,
steckst Du in ‘ner Perspektive fest.
Du siehst Dein Business als „gebremst“ an,
glaubst nicht, dass es funktionieren kann.

Deine Sicht hier ist ziemlich einschränkt,
Du siehst kaum Möglichkeiten, nur Grenzen,
bist in ner Sackgase, stuck, nix geht mehr,
fühlst Dich ohnmächtig von Deinen eignen Limits,
hast dich, wahrscheinlich unbewusst, für ne View entschieden,
Die Dir nicht nur nützt.

Zu was nützt sie Dir, wenn sie nur 2 % Nutzen hat?
Was ist wertvoll an ihr? Was ihr Geschenk?
Was ist wahr an ihr? Was die Lüge, die Du Dir hier selbst erzählt?
Was daran ist vielleicht ein Glaubenssatz,
und was ein Urteil, dass Du über Dich und Andre fällst?
Was ist der Preis, den Du zahlst, hier stuck mitten drin?

Die Perspektive in der Du steckst,
ist nur ein Blickwinkel von vielen,
eine Wahrheit von Unmengen,
es gibt viele Brillen, die Du aufsetzen kannst,
um Dein Leben anders zu sehen.

„Das Leben ist wunderbar“,
„Das Leben ist hart“,
„Das Leben ist ein Rock-Konzert“,
„Das Leben ist eine Hüpfburg“,
„Das Leben ist ein Poetry Slam“,
„Das Leben ist eine Wundertüte“.

Je nachdem wie’s Du’s siehst,
wird es sich für Dich anfühlen.
Deine Einstellung lenkt Dich,
lässt Dich die Dinge unterschiedlich angehen,
anders handeln und empfinden.

Denn mit der Einstellung, die Du wählst,
aktivierst Du Deine Ressourcen in Dir.
Mit „Das Leben ist ein Rock-Konzert“ holst Du den Rebel in Dir hervor,
bringst den „Live Life to the Fullest“-Anteil in Dir ans Licht,
lebst intensiv und wild.

„Das Leben ist eine Hüpfburg“ lässt Dich die Tür zu Deinem inneren Kind öffnen,
Du begegnest dem Leben spielerisch und unbeschwert,
über Hürden hüpfend und phantasievoll.

Mit „Das Leben ist ein Poetry Slam“ darf die Künstlerin in Dir am Steuer sitzen,
Du drehst Deine Kreativität auf,
versprühst Ideen, erschaffst Unkonventionelles.

Jede Perspektive hat eine andere Energie im Gepäck.
Du entscheidest, welche Du willst oder brauchst.
Ist es Mut oder Gelassenheit,
Leichtigkeit oder Flexibilität,
Fokus oder Ruhe,
Welche Qualität is es, mit der Du Deiner Herausforderung begegnen willst?

What are you choosing?

„You are always in an perspective …
… sometimes not only in the one you choose!“

Du bist immer in ‘ner Perspektive,
umso cooler, wenn Du sie selbst gewählt hast,
doch selbst wenn Du sie bewusst einnimmst,
ist Dir Manches daran vielleicht nicht bewusst.

Nicht bewusst können Dir Deine Talente oder Stärken sein,
die Filter sind durch die Du die Welt siehst,
die einfärben, wie Du Deine Umwelt wahrnimmst,
die Bedürfnisse mitbringen, die Dein Umfeld nicht hat.

Wenn Deine Stärke „Verantwortungsbewusstsein“ ist,
dann projizierst Du vielleicht,
Deine hohen ethischen Prinzipien,
Deine 100%-prozentige Verlässlichkeit,
ohne dass Du’s merkst auf Andere,
und verstehst nicht,
wieso Deine Freunde Commitment anders sehen als Du.

Wenn Deine Stärke „Kontaktfreudigkeit“ ist,
machst Du Unbekannte beim ersten Kontakt schon zu Freunden,
ne Superpower mit der Du ständig neue Leute in Dein Netzwerk schleust,
doch erwartest Du dann vielleicht das Gleiche von Deinen Team-Kollegen,
die wiederum auf was ganz Anderes aus sind,
auf wenige, tiefgründige Verbindungen vielleicht.

Es sind nicht nur Deine Stärken,
auch Deine Emotionen haben Einfluss auf Deine Sicht.
Das is manchmal sehr nützlich,
und manchmal so gar nicht.

Laut Fredrickson’s „Broaden and Build Theory“
bewirken „positive“ Emotionen wie Stolz, Dankbarkeit oder Hoffnung,
dass Du „expandierst“, Dich ausdehnst, broadenst.
Du wirst neugieriger, kreativer, geselliger und optimistischer,
Deine sozialen, physischen und kognitiven Ressourcen wachsen,
Du wirst zu einer besseren Problemlöserin,
hälst bei schwierigen Aufgaben länger durch,
kommst zu besonderen, phantasievollen Ideen. (vgl. Fredrickson)

Wenn Du Optimist:inn bist,
glaubst Du, dass schlechte Ereignisse spezifische Ursachen haben,
nicht universell sind.
Bei einer Entlassung zum Beispiel, denkst Du
„es war betriebsbedingt, hat nix mit meinen Fähigkeiten zu tun“
oder „ich hab nicht gut reingepasst ins Team“.
Du wirst Dich schnell von der Kündigung erholen, bist resilient.
Wenn Du Pessimist:in bist,
denkst Du, dass schlechte Ereignisse universell sind.
Nach einer Kündigung zweifelst Du an Deiner Person:
„ich bin für gar nix mehr gut“ oder
„egal was ich probieren werde, es wird immer so sein.“
(vgl. Seligmann)

Phew. Heftig oder?
Pessimist:in oder Optimist:in, Impact for Life!

Und, dann gibt’s auch noch diese „Denkfehler“,
die Fallen in Deinem Gehirn,
die, die bewirken, dass Du die Realität verzerrt siehst.
(vgl. Bäuerlein, Krautreporter)

Denkfehler, das sind sind Resultate von Shortcuts,
die Dein Gehirn generiert, damit Du komplexe Infos schnell verarbeiten kannst,
was oft sehr hilfreich is, beim Entscheiden im Supermarkt zum Beispiel …
… aber manchmal auch verheerend.

Denkfehler, das sind …

Status Quo Fehler, Du ziehst dem Status Quo der Veränderung vor.
Confirmation Bias, Du hältst Ausschau nach Infos, die Deine Meinung bestätigen.
Sunk-Cost-Thinking, Du isst Deinen Teller leer, weil Du dafür bezahlt hast.
Endowment Effekt, Du schätzt Dinge wertvoller ein, wenn Du sie besitzt.
Wahrheitseffekt, Du glaubst eine Info ist wahrer, wenn Du sie öfter hörst.
Negativity Bias, Dein Gehirn fokussiert sich per Default mehr auf negative Signale als auf Positive.

Wie Du die Dinge siehst, ist auch kulturell bedingt.
Als WEIRD (Western, Educated, Industrialized, Rich, Democratic) geprägt,
bist Du extrem individualistisch,
Selbstfokus, Selbstachtung, Selbstverbesserung machen Dich aus,
Du willst unbedingt was im persönlichen Leben erreichen,
siehst Zeit und Fortschritt linear,
zeichnest Dich durch geringe Konformität aus.
(vgl. Bäuerlein, Krautreporter)

Mit diesem Blick bewegst Du Dich in der Welt,
nimmst vielleicht an, die andern tun’s auch,
doch nicht alle Menschen und Kulturen ticken so,
be aware, es gibt viele andere Sichtweisen auch.

What are you choosing …
that you are not aware of?

Tipps for CHOOSING

1. Chose!
Sei Dir klar, was Dir im Leben wichtig ist,
Deine Werte, was Du bewegen willst, Dein Umfeld …

… und entscheid Dich immer wieder aufs Neue dafür,
nimm dabei in Kauf, dass Du zu was Andrem “Nein sagst”.

2. Change Perspective!
Wenn Du merkst, dass Deine Perspektive Dir nix hilft,
sie Dir vielleicht sogar schadet, Dich nicht voran bringt,
änder sie, wähl eine, die besser passt.

Frag Dich:

  • Welche Haltung will ich einnehmen? Welche Einstellung?
  • Will ich eher Punk sein oder lieber Ghandi?
  • Will ich Yoda sein oder Jazz Musikerin?

Schaff Dir Deine eigenen Verbündeten, die immer zur Stelle sind,
Wenn es Mut ist, hol Dir Jessica Jones oder Julian Assange in Dein inneres Team.
Wenn es Ruhe und Zentrierung ist, hol Dir Buddha oder Deine Oma dazu.
Wenn es Spaß und Ausgelassenheit ist, hold Dir eine Surferin ins Team.

Wenn Du die Energie wechseln willst, frag Dich:

  • Welche Eigenschaft will ich aktivieren?
  • Welche Qualität will ich mehr? Leichtigkeit, Weisheit, Entschlossenheit?
  • Wo spür ich die Qualität in mir?
  • Welches Bild hab ich dazu im Kopf? Welche Metapher?

Kreier Dir auch hier ein Teammitglied oder eine innere Quelle, die Du jederzeit bewusst anzapfen kannst.

Oder komm in meinen Workshop “INNERE STÄRKE & MUT”!
Hier wirst Du genau das machen: Du aktivierst Deine inneren Ressourcen und Stärken, damit Du jederzeit in ihre Perspektive wechseln kannst!

3. Rethink!
Mach Dir bewusst, was Dir nicht bewusst ist!

Frag Dich:

  • Welchen Blickwinkel bringen meine Stärken und Talente mit?
    Wo hab ich vielleicht Blind Spots?
    >> Find’s raus! Hier gehts zum 3 h-Stärken Coaching!
  • Wie beeinflusst die Emotion die ich spür, das was ich seh?
    Wie kann ich Positivität aktivieren? Meine kreativen Ressourcen ausdehnen?
  • Wann trickst mich mein Gehirn vielleicht aus?
  • Wie bedingt meine Kultur, mein Umfeld meine Perspektive?

4. Read Frankl’s “Man’s Search for Meaning”!

Viktor E. Frankl hat das KZ überlebt und beschreibt in seinen Aufzeichnungen, was dafür entscheidend war: “Even though conditions such as lack of sleep, insufficient food and various mental stresses may suggest that the inmates were bound to react in certain ways, in the final analysis it became clear that the sort of person the prisoner became was the result of an inner decision, and not the result of the camp influences alone. Fundamentally, therefore, any man can, even under such circumstances, decide what shall become of him – mentally and spiritually.”

“… everything can be taken from a man but one thing: the last of the human freedoms – to choose one’s attitude in any given set of circumstances, to choose one’s own way.” (Frankl)

Literatur:

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EINSAM SEIN IST MENSCHLICH

Zusammen ist man nicht allein.
Allein vielleicht nicht, aber einsam schon?

Ist einsam sein isoliert sein?
Räumlich distanziert, weit weg?
Weit weg schon, doch eher sozial,
wie ein Alien unter Menschen, disconnected, freier Fall.

Brüchig, wackelig fühlt sich’s an,
ein falsches Wort und die Stimmung kippt,
‘ne Schwere macht sich siechend breit,
zähe Traurigkeit bahnt sich ihrn Weg.

Irgendwie bin ich gereizt, auf Angriff getuned,
fühl mich verunsichert, bin ausm Takt.
Zieh mich zurück, spür den Schmerz wie er sticht,
verkriech mich, obwohl’s die Nähe is, die ich brauch.

Einsam sein ist schwer zu greifen,
kommt in verschiedenen Kostümen daher,
tut so als ob, versteckt sich, bringt Scham mit,
bist Du einsam, bist Du nicht likeable, nein.

Nicht nur nicht likeable, auch ohne Social Skills,
nicht gesellschaftsfähig, inkompatibel,
„the odd one out“, das Teil, dass nicht reinpasst,
‘n Exot unter Insidern, keinesfalls die Norm.

Lange habe ich’s nicht gecheckt, was los ist mit mir, 
was mir fehlt, warum’s weh tut, was ich wohl brauch,
dass was falsch ist mit mir, hab ich gedacht,
wieso bin ich so allein, sind doch alles Freunde hier.

Sei froh, dass Du wen hast, spukts mir durch’n Kopf,
like-minded people ist vielleicht zu viel verlangt.
Leute, für die ich sichtbar bin, visible, full sight,
die, die mein Wesen spürn und das, was ich brauch.

Menschen, die wissen, für was ich steh,
was ich gern ess oder les oder anzieh,
welche Musik mich berührt, was mich überrascht,
die merken, was mich ärgert, und was ich so gar nicht mag.

Eine Crew, mit denen es bedeutsam ist,
wo’s tief geht, die Essenz berührt,
gleichzeitig ganz leicht is, frei und unbeschwert,
sich’s sicher anfühlt, soothing, in Synch.

Eine Community, Belonging inklusive,
ein Kollektiv an Soulsurfern, auf der gleichen Welle unterwegs,
energetisch verbunden, divers und doch gleich,
tief verwurzelt im Innern, die Hand stets ausgestreckt.

Damals hab ich’s nicht gecheckt, jetzt weiß ich’s.
Ich war einsam, bin’s immer noch,
sehnsüchtig nach Nähe, nach Freundschaften und Liebe,
nach Zugehörigkeit zu ‘ner Crew,
und, nach Verbundenheit mit mir selbst.



Einsamkeit ist ein Thema, dass mich bewegt!
Oft war ich in meinem Leben schon einsam,
in den letzen 3 oder 4 Jahren besonders stark,
früher auch schon, zuletzt immer wieder.
Deshalb wollt ich mehr erfahren, besser verstehen,
wer sie ist, die Einsamkeit, und was sie will,
wie sie ist, was sie bringt und wie sie wirkt,
wie man mit ihr umgeht, und was gegen sie hilft.

Einsamkeit ist schwer zu erkennen!
Lange konnte ich das Gefühl nicht erkennen, nicht zuordnen.
Weil Einsamkeit so diffus, so schwer zu fassen ist.
Sie manifestiert sich bei jedem irgendwie anders.
Mal ist sie wie Heimweh, wie Verlustangst, wie Wut,
mal kommt sie als Traurigkeit, Müdigkeit oder Schwere daher.
Vielleicht bist Du gereizt, fühlst Dich entfremdet oder unsichtbar,
empfindest Deine Beziehungen als instabil.
Wenn’s akut ist, dann denkst Du: keine kennt mich wirklich,
keinem würd’s was ausmachen, wenn ich mal nicht mehr hier bin.
Mag sein, dass Du auch physische Schmerzen empfindest,
das ist normal, sozialer Schmerz tut weh,
und ist im Hirn an der Stelle zuhaus’,
wo auch der physische Schmerz wohnt,
so fühlt sich einsam sein für Dich vielleicht an,
als ob Du Dir die Hand verbrennst.
(vgl. Loneliness, John T. Cacioppo)

Lange konnte ich Einsamkeit nicht spotten,
sie scheint mehr als oft unterm Radar zu laufen.
Du versteckst sie, weil Du Dich schämst,
sie nur ungern offen zugibst,
es könnt ja jemand denken, dass Du nicht liebenswert bist,
dass Du keine Freunde hast, dass Du socially akward bist.
Einsam sein hat ‘n Stigma, ‘n Brandmal, Stempel drauf,
dann lieber hiden, verdrängen, weg damit.

Einsamkeit ist subjektiv!
Einsamkeit “is a subjective sense of isolation” (Cacioppo),
ein Gap, das Du wahrnimmst,
zwischen den Interaktionen, die Du hast,
und denen, die Du brauchst.
Oft geht’s dabei um Qualität, nicht Quantität,
um bedeutsame Interaktionen, nicht unbedingt um mehr.

Wie sehr Du die Einsamkeit spürst, ist individuell.
Dein persönliches Level findest Du hier (UCLA Loneliness Scale).

Welche Art von Einsamkeit Du spürst, ist subjektiv,
es lauern, so Dr. Vivek Murphy, 3 Dimensionen von ihr:
1. “Intimate loneliness”, das Fehlen von engen Beziehungen,
die mit Deiner Partnerin, Deiner Familie oder Schwester,
die, wo zu 100% Du selbst bist und dafür geliebt.
2. “Social oder relational loneliness”, das Fehlen von Freundschaften und,
3. “Collective loneliness”, das Fehlen einer Community, zu der Du Dich zugehörig fühlst.

Du kannst, eine erfüllende Partnerschaft erleben, so Murphy,
eine innige Beziehung mit Deiner Familie spüren,
und, Dich trotzdem überaus einsam fühlen,
weil es Freundschaften sind, die Dir fehlen,
oder auch die Zugehörigkeit zu ‘ner Community,
im Zweifel vielleicht sogar beides.

Jede/r ist mal einsam!
Egal, wie alt Du bist oder wie viel Geld Du verdienst,
wie intelligent Du bist, ob berühmt oder nicht,
Cacioppo sagt, das ist völlig egal,
es wirkt sich nicht drauf aus, ob Du einsam bist oder nicht.
Auch ob Du viel Zeit allein verbringst oder unter Leuten,
macht Dich nicht mehr oder weniger einsam,
die Einsamkeit trifft jeden, ist menschlich und hilfreich,
ein supernützliches Warnsignal.

Sie weist Dich drauf hin, Deine soziale Verbindungen mehr zu beachten,
stammt, wie so vieles, was uns steuert, aus Urzeiten noch,
warst Du früher ausgeschlossen, hast Du nicht überlebt,
soziale Isolation galt es tunlichst zu vermeiden,
bis heute macht sie uns krank, lässt uns früher sterben,
unser System ist halt doch ziemlich schlau,
warnt uns intensiv davor, sozial isoliert, abgekapselt zu sein,
eigentlich ganz cool, wenn’s nicht oft auch so schmerzhaft wär.

Einsamkeit ist meist temporär, zieht vorbei!
Oft schaut die Einsamkeit bei Lebensübergängen vorbei.
Wenn wir die 30 ansteuern, Mitte 50 sind oder über 80,
bei Trennung, Jobwechsel oder Umzug ist sie gern am Start,
nach Schicksalsschlägen wie Krankheit oder Tod ziemlich sicher auch.
Dass sie kommt, ist auch hier mehr als menschlich,
wichtige soziale Verbindungen haben sich verändert, sind weg,
alles ist anders, viel neu, ein bisschen alien,
Beziehungen wolln ne andere Form annehmen oder enden,
egal wie’s ist, Du kannst drauf vertrauen,
einsam sein bleibt nicht, ist vergänglich,
so wie’s kommt, ist’s auch wieder weg.

Wenn Du einsam bist, ist Deine Wahrnehmung getrübt!
Wenn Du einsam bist, schaust Du durch die Brille der Einsamkeit,
in diesem Modus, leidet nicht nur Deine Genauigkeit,
auch Deine Geschwindigkeit bei komplexen Aufgaben lahmt,
Dein Urteilsvermögen ist dunkel eingefärbt,
Du siehst die Dinge negativer, als sie objektiv gesehen sind,
Du bist anderen Menschen gegenüber kritischer,
misstraust Deinen bestehenden Beziehungen mehr,
siehst vielleicht Konkurrenz, wo gar keine ist,
fühlst Dich schneller bedroht als sonst,
interpretierst die Welt durch Deinen Einsamkeitsfilter,
so erscheint sie Dir schwarzmalerisch und trüb.

Das Blöde dabei ist …
Deine Interpretationen werden zu Erwartungen,
ein Short-Cut, den Dein Gehirn produziert, um Energie zu sparen.
Du erwartest das, was Du (fälschlicherweise) interpretiert hast.
Deine Erwartungen wiederum beeinflussen Dein Verhalten,
Du ziehst Dich zurück, sagst Dinge nicht mehr frei raus,
wirst defensiv oder aggressiv,
reagierst stärker auf vermeintlich negative Interaktionen,
erlebst gleichzeitig weniger Uplift bei Positiven.
Fatal! Ein doppelter Effekt ist am Werk.

Eine Negativspirale kommt in Gang,
die die Einsamkeit über längere Zeit chronisch werden lässt,
sie macht Dich sehr krank, beeinträchtigt Deine Gesundheit stark,
ist ähnlich ungesund wie 15 Zigaretten am Tag zu rauchen,
macht Abhängigkeiten von Zucker bis Alkohol viel wahrscheinlicher,
provoziert Alzheimer und frühzeitiges Altern,
um nur einige Gefahren, die da drohen, zu nennen
geschockt bin ich vom Ausmaß, das lauert,
klar war mir das so gar nicht,
wie immens Einsamkeit auf uns einwirkt.

(> Hier steht im Übrigen all das drin: viele Studien, physiologische Prozesse, ein Rundumblick zum Thema Einsamkeit: Loneliness: Human Nature and the Need for Social Connection, John T. Cacioppo

´Damit Du die Einsamkeit früh erkennst,
und weißt, was Du machen kannst, wenn Du sie spürst,
hab ich Dir hier ein Paar Tipps zusammengefasst.

Tipps zur Einsamkeit

Wie kannst Du vorbeugen, die Einsamkeit früh erwischen?

  • Mach regelmäßig einen CHECK-IN mir Dir selbst und frag Dich:

    • Wie geht’s mir? Wie fühl ich mich?
    • Wie empfinde ich meine sozialen Beziehungen gerade?
    • Was fehlt? Nach was sehne ich mich?
    • Was vermisse ich genau? Was brauch ich mehr?
      Intimität, Freundschaft oder eher Community?
    • Oder die Verbindung, die Nähe zu mir selbst?

      Und frag Dich auch …
    • Was läuft richtig gut in meinen Beziehungen?
    • Für was bin ich dankbar? Wem will ich danken?
    • Wovon will ich mehr? Was will ich verstärken? Wo intensivieren?
  • Sei achtsam bei kritischen Lebensübergänge & Transitionen!

    Wenn Du vor einer größeren Veränderung wie einem Unternehmenswechsel, einer Trennung oder einem Umzug ins Ausland stehst, mach Dir bewusst:

    • Wie will ich die Transition angehen? Mit welcher Einstellung will ich ihr begegnen? Welche Perspektive dient mir?
    • Was hilft mir, soziale Verbindungen zu erhalten oder neu aufzubauen?
    • …wenn die Einsamkeit vorbeischaut, embrace sie, umarm sie!
      Sieh sie als temporären Freund, der Gutes will!
  • Lerne Deine Gefühle kennen!
    • Spüre, was ist die Emotion, die ich hab? Wut? Enttäuschung? Traurigkeit?
      Freude? Dankbarkeit? Leichtigkeit? Zufriedenheit? Einsamkeit?
    • Woran erkennst du sie? Wie fühlt sie sich an?

(> Wenn Du zum Thema Emotionen identifizieren tiefer einsteigen willst, check aus: Marc Brackett, Permission To Feel oder seine App “Moodmeter” zum Erfassen und Einordnen von Emotionen)


Was hilft, wenn Du Dich einsam fühlst?

Vielleicht ahnst Du’s schon! Es ist das, was Dir am wenigsten intuitiv erscheint, wenn Du einsam bist:

If lonely, connect!
Verbind Dich mit Anderen!

  • Nimm bestehende Verbindungen wieder auf. Re-investiere!
    Ruf alte Freundinnen wieder an, geh mit Deinem Bruder spazieren, schreib Deiner Tante!
  • Kreiere neue Verbindungen. Schaffe Chancen!
    Ein Gespräch am Bahnsteig, ein Small-Talk mit der Kassiererin, ein Mittagessen mit der Kollegin.
  • Meide Situationen nicht´, wo Du denkst, Du wirst (aus Sicht der Einsamkeit) abgelehnt!
    Geh doch auf das Meetup, ruf auf jeden Fall Deinen Bekannten zurück, erschein unbedingt zum Familienfest!
  • Sei altruistisch! Tu was Gutes!
    Verschenk Deinen Parkschein weiter, kauf für die Nachbarin ein, oder starte ein Ehrenamt!
  • Gib Deiner Haltung ein Feintuning, finde eine unterstützende Intention!
    “Ich vertrau drauf, dass die anderen mit mir abhängen wollen und ich mit ihnen.”
    “Ich bin sicher, wir werden uns gut verstehen.”
    “Ich weiß, ich werd mich wohl fühlen.”

    Trau Dich … mit dieser Haltung im Gepäck und dem Herz weit offen,
    auf jemanden neuartig zuzugehen,
    ein bisschen mehr von Dir preiszugeben als üblich,
    Dich verletzlich zu zeigen, mit offenem Visier anzutreten,
    dann wird eine herzliche Beziehung beginnen,
    oder ein neues Level Deiner Freundschaft losgehen!

Was hilft noch, um weniger einsam zu sein?

If lonely, connect!
Verbind Dich mit Dir selbst!

Denn …
… wenn Du Dich nicht gut genug fühlst,
Dein Selbstwertgefühl low ist,
Du Dich schämst, versteckst und unsichtbar machst,
Du Dich und andere täuschst,
ne Rolle spielst, performst,
perfekt sein oder gefallen willst,
lässt Dich das noch viel einsamer zurück.

Dort …
… „in Shame“ ist Dein Fokus auf Dir selbst,
zu Empathie findest Du den Zugang nicht,
bedeutsame Beziehungen sind außer Reichweite, nicht in Sicht,
undienliche self-fulfilling prophecies dagegen everywhere,
unterwegs auf nem Schiff mit falschem Kurs.

Turn it around …
… your ship, you heart, your love.

Gib Dir ein bisschen mehr Liebe,
ein Quäntchen mehr Akzeptanz,
ein bisschen mehr Synch, in-Tune-sein mir Dir selbst.
Dann machst Du Dich sichtbar,
gehst all-in, versprühst Dein Oxytocin,
streckst die Hand aus, machst den Kanal auf
für Verbindung und für die Liebe,
die da draußen in Unmengen nur auf Dich wartet.

Trau Dich …
Dich sichtbar zu machen!
Trau Dich …
empfänglich zu sein,
Trau Dich …
all die Liebe aufzunehmen,
die Dir entgegen strömen wird!

“To be human is to become visible while carrying what is hidden as a gift to others”
// David Whyte

Literatur:

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