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„NEIN“ SAGEN IST MUTIG!

Wie schwer fällt es Dir „Nein“ zu sagen? In welchen Situationen fällt es Dir besonders schwer?

Wenn Dich ein Freund um einen Gefallen bittet?
Wenn Du gefragt wirst, ob Du neue Aufgaben im Job übernehmen kannst, obwohl Du eh schon dauernd Überstunden machst?
Wenn Dir jemand ein richtig spannendes Projekt anbietet, Du aber eigentlich mehr Zeit mit Deiner Familie verbringen willst?
Wenn Dir bei Gehaltsverhandlungen ein schlechtes Angebot gemacht wird?
Oder wenn alle im Team „Ja“ sagen zu einer Idee, dann „Nein“ zu sagen?

Mir fällt es besonders schwer „Nein“ zu sagen, wenn es um mein engeres Umfeld geht. „Nein“ zu sagen zu einer Familienfeier während es noch das Gebot der Covid Kontaktbeschränkungen gibt.
Einem guten Freund gegenüber „Nein“ zu sagen, mit auf’s Oktoberfest zu gehen.
Meiner Schwester zu sagen, dass ich nicht schon wieder mit ihrer Psychologin sprechen will.

Warum fällt uns das „Nein“ sagen oft so schwer?

Wir wollen Erwartungen anderer nicht enttäuschen. Besonders, wenn das wozu wir „Nein“ sagen für den anderen sehr wichtig ist.
Wir haben Angst, abgelehnt zu werden und blöd dazustehen.
Wir haben Angst davor, was die anderen denken könnten.
Wir haben Angst, andere in Schwierigkeiten zu bringen.
Wir haben Angst, die Stimmung in der Gruppe zu vermiesen.
Lauter innere Kritiker, die sich da zeigen!

Und wenn wir es doch mal schaffen in einer schwierigen Situation „Nein“ zu sagen, haben wir ein schlechtes Gewissen und zweifeln „hätte ich nicht doch lieber „Ja“ sagen sollen?“ und stecken oft lange nach der Situation noch in unserem Kopfkino fest.

In der Regel sagen wir dann lieber oft nicht „Nein“ und zahlen den Preis! “Opportunitätskosten“ wenn man so will.
Denn wenn wir „Ja“ sagen zu Dingen, zu denen wir eigentlich „Nein“ sagen wollen, fehlt uns die Zeit und die Energie, die Dinge zu tun, die wir wirklich machen wollen.

Wir zahlen auch den Preis unserer Integrität. Denn wir machen nicht das, was uns wichtig ist, sondern was den anderen wichtig ist. Wir leben nicht unsere Werte, sondern die der anderen. Wir „verraten“ vielleicht sogar unsere Werte und machen was, was uns eigentlich gegen den Strich geht. Das wiederum schmälert unser Selbstbewusstsein. Wir sind enttäuscht von uns selbst.

Das muss nicht so sein!

Wir können lernen „Nein“ zu sagen.
Wir können uns davon befreien, was andere denken könnten.
Wir können unsere Ängste und Sorgen überwinden.
Wir können frei sein vom schlechten Gewissen.

Wie geht das?
Was kann Dir helfen, „Nein“ zu sagen? Und damit freier zu sein?

Vielleicht helfen dir ja diese 5 Tipps für mehr Mut „Nein“ zu sagen!

Tipp 1: Fange das Geschnatter!

Mach Dir Deine Gedanken bewusst!
Vor allem bei Themen und Situationen, bei denen es Dir schwer fällt, „Nein“ zu sagen oder Grenzen zu ziehen. (vgl Emiliya Zhivotovskaya, 20 Body & Mind Tools to overcome Anxiety)

Wie geht’s?

  • Pausiere, frage Dich „Was denke ich gerade?“
  • Schreib alle Gedanken und Stimmen auf, die sich zeigen.
  • Identifiziere: Wer unterstützt oder limitiert mich, welche Anteile zeigen sich?
  • Führe eine Struktur ein, die Dich daran erinnert, immer wieder zu pausieren (Stell Dir einen Wecker oder platziere ein Post-It an Deinem Rechner!)
  • Mach das regelmäßig, z.B. 1 x Tag über mehrere Wochen.

Tipp 2: Separiere Dich von Deinen Gedanken

Die Stimmen & Gedanken, die sich zeigen, wenn Du „Nein“ sagen willst, sind nur Teile von Dir – „einzelne Klebezettel oder Post-its“. Du als „ICH“ entscheidest, auf welche Gedanken du hören willst. (vgl. Emiliya Zhivotovskaya, 20 Body & Mind Tools to overcome Anxiety)

Wie?

  • Trenne das „ICH“ von Deinen Gedanken & Gefühlen
    > Sag „ein Teil von mir empfindet Angst“ statt „Ich bin ängstlich“ oder „ein Teil von mir will andere nicht enttäuschen“ statt „ich enttäusche andere“

  • Entscheide, auf wen Du hören willst!
    > Stell Dir vor, Du bist der Geschäftsführer und betrittst einen Konferenzraum. Dort sitzen all Deine Gedanken wie Angestellte am Konferenztisch. Jeder von ihnen hat seine Expertise und erzählt Dir seine Meinung. Du hörst allen zu und entscheidest dann, auf wen Du hören willst. Denn: Du hast die Wahl. Du kannst auch auf die mutige Stimme in Dir hören!

Tipp 3: Verbünde Dich mit Deinen inneren Superkräften!

Du hast viele unterstützende innere Ressourcen und Stärken, die Dir beim „Nein“ sagen helfen können, wie zum Beispiel der kreative oder der weise Anteil in Dir (Dein Zukunfts-Ich) oder auch Stärken wie die Durchhalterin, der Problemlöser, der Beobachter.

Sie sind Deine Superkräfte und Du kannst Sie jederzeit bewusst „anzapfen“ und nutzen. (vgl. Cynthia Loy Darst, Meet Your Inside Team)

Wie geht‘s?

  • Sammle: Was sind die inneren Ressourcen, die Dich am besten dabei unterstützen, „Nein“ zu sagen!
  • Personifiziere sie wie Bühnendarsteller und mach Sie zu Deinem Unterstützer-Team! (Adler – der Beobachter, Buddha – die Ruhe, Yoda – der Weise)
  • Mach Sie so lebendig wie möglich!
  • Übe Verbindung mit den einzelnen Mitgliedern aufzunehmen!

Falls Du hier tiefer einsteigen willst, sei bei meinem Online-Workshop „Innere Stärke & Mut“ dabei. Hier machen wir genau das: wir aktivieren und personifizieren Deine inneren Superkräfte .

Tipp 4: Sag Positiv „Nein“!

Positiv „Nein“ sagen heißt bestimmt Nein sagen und dabei eine positive Verbindung aufrechterhalten. (vgl. William Ury, The Power of a Positive No)

So geht’s in 3 Schritten

  1. Empfangen: Empfange die Anfrage so, dass Dein Gegenüber merkt, Du nimmst sie ernst und erkennst ihre Wichtigkeit an!
  2. NEIN sagen: Sag klar und eindeutig Nein und erkläre warum bzw. was Dir wichtig daran ist
  3. Öffnen: Biete etwas Konstruktives an, einen Weg nach vorne für die Anfrage

Wenn Dich beispielsweise ein Bekannter aus Deinem Netzwerk fragt, ob Du ihn bei einem Projekt unterstützen möchtest, könntest Du so positiv „Nein“ sagen:  

Ich freu mich sehr, dass du mich fragst, bei dem Projekt dabei zu sein und schätze Dein Vertrauen mir gegenüber.

Ich bin mit meinen Projekten stark ausgelastet und möchte die freie Zeit, die ich habe, mit meiner Familie verbringen. Daher unterstütze ich Dich nicht bei Deinem Projekt.

Da ich Eure Idee aber wirklich inspirierend finde, gebe ich Deine Anfrage gerne an eine Kollegin weiter, die vielleicht gut passen könnte.

Tipp 5: Bestätige Deinen Mut mit einem Mantra

Ein Bestätigungsmantra ist ein Mantra, dass Du Dir selbst sagst, nachdem Du mutig Grenzen gezogen hast. Ein Mantra könnte sein:

Mit „Nein“ sagen bleibe ich mir selbst treu!

„Nein“ sagen macht mich selbstbewusst!“

Es hilft Dir, Dich weniger „egoistisch“ zu fühlen und motiviert Dich, dranzubleiben und öfter „Nein“ zu sagen. (vgl. tinybuddha.com, How to set boundaries: 9 Tips for People-Pleasers)

Wie geht‘s?

  • Denk Dir ein Mantra aus & schreib es auf !
  • Visualisiere es & hab es in Sichtweite (z.B. als Bildschirmschoner auf Deinem Handy)!
  • Sag es Dir jedes Mal, nachdem Du „Nein“ sagst oder Grenzen ziehst!

Was noch?
Probier aus, was Dir von den Tipps am besten hilft, „Nein“ zu sagen
Übe es regelmäßig, damit es auch spontan in schwierigen Situationen gut klappt! Und nicht verzweifeln, wenn’s mal nicht klappt. Ist ganz normal!

Wenn Du noch mehr über die Tipps erfahren willst, schau Dir hier mein WEBINAR zu „Nein sagen – ganz ohne Angst“ durch Angabe Deiner E-Mail an.

Stell Dir vor … Du sagst von jetzt an immer „Nein“, wenn Du „Nein“ meinst?
Und „Ja“ zu dem, was Dir wichtig ist?
Was ist dann möglich für Dich?

Literatur

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