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WAS IST MUT?

Was ist Mut? Das habe ich mein Umfeld gefragt und dazu unter anderem diese Antworten erhalten:

wenn ich Dinge tue, die mich Selbstüberwindung kosten, z.B. Bergsteigen bei Höhenangst

mich aufs Bauchgefühl verlassen und entgegen dem Strom machen, was mir wichtig ist

unangenehmen Situationen nicht aus dem Weg zu gehen, sondern sich diesen zu stellen.

meine Meinung zu sagen, auch wenn die anderen eine andere haben

unbekannte Wege gehen, ohne zu wissen, wie’s ausgeht

die öffentliche Preisgabe meiner Ängste und Emotionen, z.B. vor anderen zu scheitern oder weinen

Mut hat viele verschiedene Facetten. Melanie Greenberg spricht in ihrem Artikel in der Psychology Today davon, dass Mut die folgenden 6 Facetten hat:

  • Angst haben und es trotzdem tun – sich selbst überwinden, sich seinen Ängsten stellen.
  • dem Herzen folgen – das tun, was einem wichtig ist, auch gegen den Strom.
  • beharrlich sein trotz aller Widerstände – sich immer wieder stellen, nicht weglaufen, wenn’s mal schwierig wird.
  • für das eintreten, was richtig ist – für andere einstehen, aufstehen, die Meinung sagen … auch wenn die Stimme zittert.
  • den Horizont erweitern, das Vertraute loslassen – sich in unbekannte Situation begeben ohne Backup und ohne zu wissen, wie’s ausgeht.
  • dem Leid mit Würde begegnen – Schicksalsschläge wie Krankheit annehmen, das Beste daraus machen und andere in ihrem Leid begleiten.

Ich würde noch eine weitere Facette ergänzen, die von Brené Brown stammt:

  • sich Verletzlich zeigen – öffentlich Fehler zugeben oder scheitern, seine Schattenseiten zeigen. (vgl. Brené Brown, Daring Greatly)

Mut hat nicht nur viele Ausprägungen, sondern wird auch unterschiedlich definiert.

Diese Definition ist mir besonders ans Herz gewachsen: Cour-Rage, das französische Wort für Mut. Herz & Rage – die Rage des Herzens. Mir gefällt, dass hier vor allem die Passion und Leidenschaft sowie die Intensität von Mut betont wird. (vgl. Henry Kimsey-House, Courage and the Leader in Front).

In Lexika und Dictionaries wird Mut oft als Geisteshaltung oder Mindset definiert (siehe dazu auch „Mut ist eine Entscheidung“): „the quality of mind or spirit that enables a person to face difficulty, danger, pain, etc., without fear, bravery.“ (vgl. dictionary.com)

Die Definition von Robert Biswas-Diener trifft wohl am genausten, was Mut ist:

Courage is the willingness to act toward a moral or worthwhile goal despite the presence of risk, uncertainty or fear.

Robert Biswas-Diener, The Courage-Quotient

Mut ist die Bereitschaft trotz Angst, Unsicherheit oder Risiko – ein mir wichtiges und moralisches Ziel zu verfolgen. Mit “moralisch” meint Biswas-Diener, dass die Handlung etwas Gutes für mich oder andere bewirkt. Ohne die moralische Komponente würde die oben genannte Definition auch auf einen Einbrecher passen: Dieser ist bereit trotz Gefahr und Angst ein für ihn lohnenswertes aber unmoralisches Ziel – den Diebstahl – zu verfolgen. (vgl. Robert Biswas-Diener, The Courage-Quotient).

Die Researcherin Cynthia Puthia unterscheidet bei ihrer Definition zwischen zwei Arten von Mut: “General Courage” (Mut im Sinne aller) und “Personal Courage” (Mut für mich ganz persönlich) (vgl. Cynthia Puthia, The Construct of Courage).

“General Courage” ist das, was die Allgemeinheit unter Mut versteht. Handlungen, die von den meisten Menschen als mutig bewerten werden. Ein Feuerwehrmann, der einen Menschen aus dem brennenden Haus rettet oder eine Aktivistin, die öffentlich ihre Meinung vertritt, obwohl sie dafür verfolgt werden könnte.

“Personal Courage” ist Mut für mich ganz persönlich, wenn ich meine ganz persönliche Angst überwinde, was für andere eventuell gar nicht mutig ist, z.B. längere Strecken mit dem Auto fahren oder vor vielen Leuten zu sprechen, wenn ich davor Angst habe.

Vielleicht wird nicht jeder von uns ein Feuerwehrmann oder eine Aktivistin und damit mutig im allgemeinen Sinne.

Was den persönlichen Mut angeht, gibt es eine gute Nachricht:
Wir haben alle das Potential, uns unseren Ängsten und Saboteuren zu stellen und mutiger zu werden.  (vgl. Biswas-Diener, The Courage Quotient)

Wir können Mut lernen!

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Literatur

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