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WARUM SIND WIR NICHT MUTIG?

Ein schönes Bild für Mut ist der Bezug zum Springreiten. Eine Anekdote sagt: Damit ein Pferd und sein Reiter über einen Zaun springen konnten, müssen sie zuerst ihr Herz darüber werfen und dann hinterher springen – ohne zu wissen was sie auf der anderen Seite erwartet. (vgl. Henry Kimsey House, Courage and the Leader in Front)

Ja, so fühlt sich das an bei großen Veränderungen.
So war das bei mir und der Selbstständigkeit.

Ich habe eine Vision, eine Leidenschaft. Ich will selbständiger Coach werden. Ich will dem nachgehen, mich trauen … meinem Herzen folgen und springen.  Und dann … kurz bevor ich abspringe und mich traue, passiert das hier:

  • Stimme A: Du setzt Dein Image aufs Spiel! Was ist, wenn Du scheiterst? (Die Ängstliche)
  • Stimme B: Du hast doch eine Vision! Trau Dich, kündige und folge Deinem Herzen! (Die Mutige)
  • Stimme C: Geh kein Risiko ein! Wie willst du finanziell überleben? (Der Panikmacher)
  • Stimme D: Spring! Du hast bisher immer alles erreicht, was Du Dir vorgenommen hast (Die Weise)
  • Stimme E: Du bist nicht gut genug. Es gibt andere, die viel besser und erfahrener sind. Und Du denkst, du kannst davon leben. (Der Richter)

.. und so weiter …

Und dann werden Die ängstlichen und limitierenden Stimmen immer lauter und lauter und setzen sich schließlich durch.
Ich springe nicht.
Die Leidenschaft alleine scheint nicht zu reichen.
Ich komme nicht über die Angst Barriere.

Warum ist das so? Warum stecke ich fest? Was passiert hier?

Bei allen größeren Veränderungen läuft so eine Art innere Konversation ab – entweder bewusst oder unbewusst. Wir hören unserer Gedanken als Stimmen. Manche davon sind unterstützend, andere ängstlich und limitierend. (vgl. Cynthia Loy Darst, Meet Your Inside Team). Meistens setzten sich die ängstlichen Stimmen durch, weil wir uns nicht aktiv mit ihnen auseinandersetzen und sie verändern.

Diese ängstlichen Stimmen hat jeder. Sie werden auch oft innere Kritiker oder Saboteure genannt. Sie erscheinen vor allem dann, wenn wir eine größere Veränderung ansteuern oder ein wichtiges Vorhaben umsetzen wollen. Sie sind die Bewahrer des Status Quo, die noch aus der Kindheit stammen und uns vor Gefahren schützen wollen. Oft steckt ein Funken Wahrheit in ihnen. Doch zu 99 % ist die Angst, die sie vermitteln unbegründet. Wir sind keine Kinder mehr. Wir haben uns weiterentwickelt und sie hindern uns daran, Dinge umzusetzen, die uns wichtig.

Was sind andere Gründe, warum wir nicht springen?

Wir sind von klein auf auf Vorsicht konditioniert sind.
Welche Eltern sagen schon zu Ihrem Kind „Geh raus und wage heute viel“?
In der Regel hören wir: „Sei Vorsichtig“, „Pass auf“, „Geh kein unnötiges Risiko ein“. (vgl. Susan Jeffers, Feel the fear and do it anyway).

Auch der sogenannte „Status Quo Bias“ spielt eine Rolle. Das ist die (irrationale) Tendenz den aktuellen Zustand einer Veränderung vorzuziehen.

Wer kennt das nicht? Wir wechseln die Bank oder den Stromanbieter nicht, obwohl es viel lukrativere Angebote gibt. Wir schlagen spannende Jobangebote oder die Selbstständigkeit zugunsten der aktuellen Stelle aus, obwohl wir dort nicht glücklich sind. (vgl Lucius Caviola, Status Quo Bias und Reversal Test, 4.12.2012)

Letztlich ist es gar aber nicht so wichtig, warum wir nicht über die Angstbarriere kommen, warum die Ängste da sind.

Die Ängste sind da und sie bleiben da, so lange wir uns weiterentwickeln und wachsen.

Daher brauchen wir nicht gegen sie ankämpfen, sondern können sie akzeptieren und die Dinge, die uns wichtig sind, trotzdem zu machen.

Wir können die Angst zu unserem Begleiter machen.

Wir können eine andere Haltung zur Angst entwickeln.
Eine Haltung, die Angst nicht als Warnsignal, als Signal für Rückzug sieht
Sondern eine Haltung, die Angst als positives grünes Licht sieht, um weiterzugehen und uns zu trauen, die Dinge anzugehen, die uns wichtig sind – trotz der Angst.

Was ist Deine Haltung zur Angst?
Welche Haltung willst Du in Zukunft?

Willst du eine mutigere Haltung entwickeln?
>> Dann komm zum Rebel Coach Camp –  2 Tage Mut-Coaching für Deine Veränderung

Literatur:

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